Seismik

Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen im Rheinischen Revier vor

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Der nächste Meilenstein der Erforschung des Untergrundes im Rheinischen Revier steht bevor: Fraunhofer IEG hat den Hauptbetriebsplan zur seismischen Erkundung bei der zuständigen Bergbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. Im laufenden Genehmigungsverfahren bindet nun die Bergbehörde die Gemeinden und lokalen Träger öffentlicher Belange ein, bevor die konkreten Maßnahmen und Streckenführung genehmigt werden. Fraunhofer IEG möchte im Herbst entlang zweier Strecken von Baesweiler in den Hürtgenwald und von Eschweiler nach Inden den Untergrund in mehrere Hundert Meter Tiefe vermessen.

Vibrotruck mit Rüttelplatte
© Fraunhofer IEG/Griese
Vibrotruck mit Rüttelplatte

Geplant sind zwei Messverfahren: Neben einer Vibroseismik in Siedlungen auch eine Impulsseismik abseits befestigter Straßen und bebauter Gebiete. So können die Expertinnen und Experten des Fraunhofer IEG die Messpunkte bestmöglich an die lokalen Gegebenheiten anpassen und eine höchstmögliche Datenqualität gewährleisten. Ebenfalls ist das Permitting also die Anfrage für Betretungsgenehmigungen gestartet. Grundsätzlich gilt: Das Team betritt keine Flächen ohne Absprache mit den Eigentümerinnen und Eigentümern. Die Seismik selbst ist für den Herbst geplant.

Das Reallabor Geothermie Rheinland ist ein vom Bund und Land NRW mit 52 Mio. Euro gefördertes Projekt. Es soll in einem ca. 350 Quadratkilometer großen Aufsuchungsfeld für wissenschaftliche Zwecke zwischen Aachen, Jülich und Düren den Untergrund untersuchen. Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler vermuten im Rheinischen Revier ein großes geothermisches Potenzial von theoretisch ca. 2,8 TWh Wärme pro Jahr. Das wäre genug, um rund 200.000 Haushalte zu versorgen.

Das Reallabor sammelt in den nächsten Jahren möglichst viele Daten über den Untergrund. Dafür wird ein so genanntes Observatorium eingerichtet, in dem die Forschenden seismologische, hydrologische, geophysikalische und thermische Messungen durchführen. Außerdem teuft das Projektteam zwei Tiefbohrungen ab. Die Forschenden verknüpfen alle Daten über den Untergrund und erstellen daraus ein 3D-Modell. Dieses steht anschließend Kommunen, Energieversorgern und energieintensiver Industrie für die eigenen Wärmeplanungen zur Verfügung. 

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